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Auf der Suche nach dem Rosa Turm – 2. Teil

15. Mai 2012 0 Kommentare

Bereits im November 2011 beschäftigten sich die Kinder der Freien Montessori-Grundschule in Aschersleben in einem Projekt mit dem Thema “Wo steht der Rosa Turm? – Auf den Spuren von Maria Montessori”. In der vergangenen Woche wurde die Spurensuche fortgesetzt mit einer zweiten Projektwoche. Und auch hier gab es zum Abschluss eine große Präsentation der Lernergebnisse. Einen Teil gibt es hier nun multimedial per Foto, Video und eBook-Comic.

Wo steht der Rosa Turm? – Auf den Spuren von Maria Montessori” lautet das Jahresthema an der Montessori-Grundschule Aschersleben für das aktuelle Schuljahr 2011/2012. Am 6. Mai 1952, also vor ziemlich genau 60 Jahren, verstarb die Begründerin der weltweit erfolgreichen Reformpädagogik, nach der auch in unserer Schule unterrichtet wird: Maria Montessori. Der Todestag ist auch der Anlass für das Projektthema. Exemplarisch wurde ein bekanntes Lernmaterial von Maria Montessori, der Rosa Turm, herausgegriffen.

In verschiedenen Arbeitsgruppen widmeten sich die Kinder unterschiedlichen Teilaspekten des Themas. Während manche Kinder den Rosa Turm weltweit suchten, eine große Weltkugel bauten und die Länder markierten, in denen es Montessori-Schulen gibt, baute eine andere Gruppe einen gigantischen Rosa Turm fertig, der bereits in der ersten Projektwoche im November 2011 begonnen worden war.
Wieder andere Kinder gingen das Thema eher mathematisch an, erstellten Diagramme und Statistiken mit wichtigen Fakten. Die handwerklich und künstlerisch begabten Schüler bastelten Buttons mit Montessori-Motiven – darunter natürlich auch der Rosa Turm.

Allgemein kaum bekannt ist, dass Maria Montessori drei Mal in Folge (1949, 1950 und 1951) für den Friedensnobelpreis nominiert war. Die Schüler unserer Schule allerdings wissen das sehr genau, denn sie widmeten sich in einer speziellen Arbeitsgruppe genau diesem Thema: der Friedenserziehung von Maria Montessori. Die Rechte von Kindern wurden genau beleuchtet und besprochen und natürlich entsprechende Informationsmaterialien dazu erarbeitet. Außerdem ging es um die Person Maria Montessori – zum Beispiel, dass sie in Italien begann, ihre reformpädagogischen Prinzipien zu entwickeln. Logisch, dass die Schüler sich dabei auch mit der italienischen Sprache beschäftigten.

Doch warum in die Ferne schweifen? Auch in Aschersleben kann man sich auf die Suche nach dem Rosa Turm begeben. Logisches Denken war gefordert, als zwei Gruppen sich auf die Spur des Rosa Turms in Aschersleben bei einer Stadt-Safari begaben. Sie lernten dabei die Stadt näher kennen und mussten geschichtliches, sprachliches und mathematisches Wissen anwenden. Und sie mussten, was in der Montessori-Schule Aschersleben besonders wichtig ist, soziale Kompetenz beweisen, wenn sie im Team knifflige Knobelaufgaben lösen oder Menschen in der Stadt ansprechen mussten. Diese erlebnisorientierte Projektgruppe stellte als Ergebnisse der Stadt-Safari multimediales Material vor – einen Comic und ein kleines Video.

Höhepunkt der Projektarbeit war dann der gemeinsame Schulausflug zu den Zisterzienserinnen im “Kloster St. Maria zu Helfta” bei Eisleben. Katholische Ordensschwestern und Montessori? Was haben die denn miteinander zu tun? Das fragten sich auch die Schüler unserer Schule und erfuhren, dass die Nonnen nicht nur im Kloster leben, sondern auch ein Montessori-Kinderhaus betreiben. Denn Montessori und christlicher Glaube gehören durchaus zusammen: Respekt vor den Mitmenschen, Hilfsbereitschaft, Hingabe u.a. sind die Schnittpunkte. (siehe dazu auch den Beitrag “Das Bibel-Mobil war auf dem Schulhof” auf unserer Homepage). Die Schüler statteten dem Montessori-Kinderhaus des Klosters einen Besuch ab, gingen in einem Stille-Labyrinth in sich, nahmen einander bei den Händen und bauten so symbolisch einen Rosa Turm in Gemeinschaft zusammen und stärkten bei Gruppenspielen das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Die Präsentation der Projektergebnisse vor den Mitschülern, vielen interessierten Eltern und Großeltern in unserer Schule bildete dann den Abschluss des Projektes. Nicht alles kann online wiedergegeben werden. Dennoch stellen wir einmal mehr allen interessierten Lesern unserer Webseite eine große Sammlung an Material zum Betrachten und Nachvollziehen unseres Projektunterrichts und unserer Arbeit zur Verfügung.

Eine umfassende Bildergalerie gibt es hier bei Flickr oder auch hier auf Facebook.

Das Video zeigt, was die Kinder während der Stadt-Safari erlebten. Das Videomaterial wurde zum allergrößten Teil von den Kindern selbst gedreht, das Storyboard für das Video wurde von ihnen erstellt und auch die kommentierenden Texte geschrieben und gesprochen.

Für die Schülerzeitung wurde außerdem ein Comic mit den Erlebnissen während der Stadtsafari erstellt. Gegen einen kleinen Unkostenbeitrag kann die gedruckte Version der Schülerzeitung mit vielen anderen Texten und Bildern in der Schule erworben werden.
Den Comic kann man sich hier als eBook im epub-Format herunterladen (2,3 MB), um es dann auf dem Smartphone, einem Tablet-Computer wie dem iPad oder dem eBook-Reader Kindle betrachten.

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